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Außer Kontrolle

Gestern schien alles außer Kontrolle geraten zu sein.
Zunächst hatte ich mich darüber gefreut, einen sehr wichtigen Menschen in meinem Leben bald wiederzusehen.

Doch die Hoffnung wurde dadurch getrübt, dass er wahrscheinlich krank ist und ich ihn nicht sehen werde.
Ich hatte solche Angst ihn nicht wiederzusehen. Angst das unser Verein zweitklassig wird. Angst die Kontrolle zu verlieren, obwohl ich sie schon längst verloren habe.

Ich ging in verschiedene Supermärkte. Mit Absicht ging ich in verschiedene Supermärkte, damit niemand den Berg an Süßen und Fettigem sah den ich einkaufte.

Einerseits wünschte ich mir ihn zu sehen. Vielleicht sogar mit ihm reden zu können. Wenigstens für ein Paar Sekunden.
Mein Drang ihn zu sehen, war riesengroß.
Aber andererseits dachte ich mir "Was wenn er mich und meinen Mega Süßigkeiteneinkauf sah" "Was würde er wohl denken?"
Genau das was ich immer denke "Mann ist die fett."

Ich hätte schreien und weinen können. Als ich in einen der Supermärkte war, kamen mir fast die Tränen. Ich konnte doch schlecht in der Öffentlichkeit weinen. So kämpfte ich mit den Tränen.

Am liebsten hätte ich den Süßigkeitsvorrat den ich in meinem Schrank horte, meinem besten Freund gegeben. Oder alles in einem Schrank gesperrt und ihm den Schlüssel gegeben.
Ich will nicht das er von meinen neuen Fressattacken weiß. Ich will nicht, das er die Sachen hat.

Am liebsten wäre ich stundenlang gejoggt. Auch spielte ich mit dem Gedanken Erbrechen herbeizuführen.
Ich konnte es jedoch nicht. Mir fehlte einfach die Kraft dazu.
Sport gemacht habe ich trotzdem, mehr als ich normalerweise tue und das bis mir alles schmerzt.

Bei jedem Bissen fühlte ich mich elend, schlaff, nicht in der Lage mich zu kontrollieren und fett.
Ich schämte mich und hätte mich am liebsten irgendwo eingeschlossen.

22.2.13 08:41, kommentieren

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Lüge über Lüge

Gestern war mein bester Freund zu Besuch. Ich freue mich immer wenn er bei mir ist. Normalerweise aber gestern irgendwie nicht. Seit ich ihm von meinen Essstörungen erzählt habe, traue ich mich oft nicht, ihm vor die Augen zu treten.

Einer dieser Tage war gestern. Ich log ihn an, sagte ihm mir gehe es viel besser, sogar sehr viel besser. Was natürlich nicht stimmte oder besser gesagt nicht stimmt.

Ich leide immer noch unter den Essstörungen. Zwar sehe ich äußerlich besser aus und man würde nicht vermuten, dass ich krank bin. Aber tief im inneren fühle ich mich schmutzig, elendig und immer noch krank. Kränker als jemals zuvor.

Als mir mein bester Freund sagte, dass er sich Sorgen um mich mache, sogar vielleicht zu viele, musste ich ihn anlügen.
Ich log ihn an, was meine Fressanfälle anging, was das Ritzen betraf.

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Rückfall. Sogar einen ziemlich fiesen Rückfall. Ich fraß mich nicht nur voll, sondern ritzte mich auch. Es meinem besten Freund konnte ich es nicht erzählen und habe es ihm auch nicht erzählt.

Er hat mich für meine Stärke gelobt und dafür, dass ich wieder gesünder aussehe. Ich überzeugte ihn davon, nicht mehr essgestört zu sein.

Aber ... wenn ich nicht einmal offen und ehrlich zu meinem besten Freund sein kann, zu wem denn dann???
Jedenfalls, fühle ich mich mies. Ziemlich mies.

20.2.13 17:17, kommentieren

Fressanfall

Samstag war der reinste Horror. Ich sollte zum Seminar fahren, war zwar in meinem Nachbarort aber dennoch schlimm.
Ich fuhr dorthin, obwohl ich es nicht wollte. Das Gebäude indem das Seminar stattfand fand ich leider nicht.

Kein Mensch wusste wo dies ist. 2 Stunden bin ich wahrlos durch die Gegend gelaufen. Meine Mutter schrie ich an, weil ich kein Smartphone habe mit dem ich hätte das Gebäude finden können.

Ich hasste es, dass die Leute mich sahen. Ich hasste es, dass die Leute mich hörten. Ich wollte mich nur in einer Ecke verkriechen. Mich in meinem Zimmer einschließen. Ich wollte alleine sein.

Meine Mutter war sauer auf mich und schrie mich an, als ich auf dem Weg zurück nach Hause war.
Unterwegs kam ich an einem Supermarkt vorbei. Dort kaufte ich viele Süßigkeiten.

Zuhause angekommen, versteckte ich die Süßigkeiten in einem Karton. Aß, aß, aß und aß bis mein Bauch dick war und sich fett anfühlte. Anschließend ging ich auf die Toilette, steckte mir den Finger in den Hals und erbrach.

Ich fühlte mich besser, aber nur ein wenig. Ein ganz klein wenig, fühlte ich mich besser.

Als dann mein Vater nach Hause kam, schrie er nicht nur, er brüllte regelrecht. Ich hatte einen flachen Atem und Angst. Und er sagte auch noch, ich sollte aufhören mir die Ohren zuzuhalten und nicht so komisch atmen.

Ich hasse ihn. Ich hasse ihn dafür, dass er mich wegen jeder Kleinigkeit anschreit/ anbrüllt. Und ich dann jedes Mal Sport bis zum Umfallen mache oder eine Fressattacke bekomme.

Manchmal habe ich Angst überhaupt etwas zu sagen. Jeden Tag kommt er sauer von der Arbeit nach Hause und lässt es an mir aus. Wieso verschwindet er nicht einfach??

Geritzt habe ich mich an diesem Samstag auch. Wodurch ich mich nicht wirklich besser gefühlt habe.

Am Abend wollte ich dann noch einmal erbrechen, habe es aber nicht geschafft. Mir fehlte die Kraft....

Sonny

18.2.13 18:11, kommentieren